Archiv für April 2010

oN aiR – 28.4.: Good Bye Democracy! // Gratis Öffis für alle! // Klimagipfel in Bolivien // Der Geist von Turin // Raus zum 1. Mai

Good Bye Democracy!

Nicht mal 50 Prozent der Wahlberechtigten nehmen ihr Wahlrecht in Anspruch. Gar lächerliche Diskussionen zwischen ÖVP und SPÖ finden da im Moment statt, wer daran denn nun wieder Schuld trägt. Ähnlich trist die Kommentare in den Zeitungen. War das Wetter schuld, oder doch das pubertäre Verhalten der Volkspartei? Niemand will eingestehen, dass diese Form der Demokratie am Ende ist, und das so schlecht nicht ist… Ein Plädoyer für die Demokratie, und gegen das Wählen.

Gratis Öffis für alle! – Oder das Ende des Schwarzfahrens…

Die kleine Stadt Aubagne im Süden Frankreichs macht es vor: Es kann sich durchaus lohnen für eine Stadt, ihren kompletten öffentlichen Nahverkehr den Bürgerinnen und Bürgern kostenlos zur Verfügung zu stellen. Und auch die Unkenrufe vor angeblich zu hohen Kosten solcher Programme greifen oft zu kurz, wie Vertreter aus Aubagne betonen. Vor allem in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden findet diese Initiative Interesse – bei der das Schwarzfahren für immer und ewig unmöglich gemacht wird!

Alternativer Klimagipfel in Bolivien

Die „Weltkonferenz der Völker über Klimawandel und Rechte der Mutter Erde“ findet seit Dienstag, 20. April 2010, in Cochabamba in Bolivien statt. Mit der Konferenz wird der Ort, der vor zehn Jahren bereits in die Schlagzeilen gekommen war, als durch massive Proteste auf der Straße die Privatisierung der Wasserversorgung verhindert worden war, erneut zum Treffpunkt der sogenannten Altermundistas.
Die Zivilgesellschaft, die auf dem Gipfel in Kopenhagen noch ausgesperrt und kriminalisiert worden war, tauscht sich nun in Bolivien über den Klimawandel aus.

„Der Geist von Turin“ – die Geschichte des Einaudi-Verlages“

Unter dem Regime Mussolinis entstand Mitte der 30er Jahre der Einaudi-Verlag im norditalienischen Turin. Die literaturbegeisterten VerlagsgründerInnen versuchten, dem Kulturdiktat der Faschistischen Regierung etwas entgegenzusetzen. Sie gründeten damit den einflussreichsten Literaturverlag Italiens, dessen Ruf bis heute Bestand hat. Wir stellen das Buch „Der Geist von Turin“ vor, mit dem die Berliner Autorin Maike Albath den Einaudi-Verlag und seine wechselhafte Geschichte porträtiert.

Cesare Pavese, Italo Calvino, Natalia Ginzburg, Antonio Gramsci und Elsa Morante – das sind nur einige der AutorInnen, die der italienische Einaudi-Verlag weltberühmt machte. Von Turin aus machte sich eine Gruppe idealistischer und literaturbegeisterter junger Leute auf, der italienischen Kultur neue Impulse zu geben. Die Autorin Maike Albath zeichnet in ihrem kürzlich erschienenen Buch „Der Geist von Turin“ ein Portrait des bedeutenden Verlagshauses und seiner wichtigsten AutorInnen. Tobias Lindemann hat das Buch gelesen und stellt es uns vor.

Raus zum 1. Mai

Alle Jahre wieder, widmet sich die letzte Sendung im April dem 1. Mai. Wer also noch immer nicht weiss, warum kommenden Samstag nicht der „Tag der Arbeit“ begangen wird, sollte sein Radiogerät einschalten…

oN aiR – 21.4.: Proteste gegen den Auftritt von B. Rosenkranz // Buchrezensionen // Kleine Zeitung: Lügen wie gedruckt // Reformunfähige Kirche

Kleine Zeitung: Lügen wie gedruckt

Manche halten die Kleine Zeitung ja noch immer für ein Qualitätsblatt. Die Proteste gegen den Auftritt von Barbara Rosenkranz sind Anlass, um das Kleinformat mal näher zu begutachten.

Proteste gegen den Auftritt von Barbara Rosenkranz am Grazer Hauptplatz

Wieder waren Hunderte auf den Hauptplatz gekommen, um gegen die Veranstaltung der FPÖ zu demonstrieren. Ein Bericht und ein paar Gedanken zum neuen Antifaschismus.

Reformunfähig? Von kirchlich verfolgten Schwulen, von Päderasten in Roben und rechtsklerikalen Pharisäern im Bischofsrang

Es ist unsäglich, was da jüngst alles passiert ist in der allerscheinheiligsten römisch-katholischen Kirche. Der Bischof Müller aus Regensburg trat dabei als rechtsklerikaler Racheengel ähnlich durchgeknallt in Erscheinung wie sein Ex-Kinder-verprügelnder Amtskollege Mixa aus Augsburg, Bischof Overbeck in einer ARD-Talkshow und der 2.Mann hinter dem Papst mit Namen Bertone. Dieser Herr meinte jüngst, es gebe einen direkten Zusammenhang zwischen Homosexualität und Pädophilie.
Die Kollegen von Radio LoRa München wollten auch einen Katholischen Theologen zu Wort kommen lassen und haben deshalb Peter Bürger angerufen, der schon lange für eine Befreiung von den Fesseln des Klerikalismus kämpft.
Wie sieht er das, wenn in der Kirche Schwule wieder verfolgt werden, als Perverse gebrandmarkt, vom vatikanischen Generalsekretär des Papstes höchstselbst?

Buchrezensionen

Es ist wieder mal Zeit euch ein paar Bücher ans Herz zu legen. Unter den Empfehlungen findet sich „Kinder der Hoffnung“ von Marc Levy, „Deckname Otto“ von Lisa St Aubin de Teran, und „Common Wealth. Das Ende des Eigentums“ von Michael Hardt und Antonio Negri.

oN aiR – 14.4.: Noam Chomsky im Interview

Noam Chomsky im Interview

Noam Chomsky erhielt am 23.3.2010 in Stuttgart den Erich-Fromm-Preis für sein politisches Engagement. David Goeßmann und Fabian Scheidler von Kontext-TV führten am nächsten Tag an der Universität Mainz ein 40-minütiges Interview mit Chomsky. Chomsky ist einer der bekanntesten Linguisten und politischen Autoren weltweit und hat über hundert Bücher geschrieben, in denen er vor allem die US-Außenpolitik kritisiert.

Noam Chomsky spricht in dem Interview über eine Reihe von Fragen. Es geht dabei zuerst um eine Einschätzung der Präsidentschaft Barack Obamas und die enttäuschten Erwartungen. Chomsky wertet das Kampagnenschlagwort „Change“ als politisch substanzlose Formel, in die alles mögliche hineingelegt werden könnte. Die Politik Obamas sei nichts weiter als die eines gemäßigten Demokraten im Stile Bill Clintons. In Sachen Iran sieht Chomsky das Land bedroht von nuklearen Waffenstrategien der USA und Israels, die auch durch atomar bestückbare U-Boote aus Deutschland direkt unterstützt würden. Der Iran stelle hingegen keine ernst zu nehmende militärische Bedrohung dar. Er werde im Westen jedoch als Gefahr gesehen, weil er sich Befehlen widersetze.Gleichzeitig sieht Chomsky eine Machtverschiebung von der globalen Arbeitnehmerschaft hin zu transnationalen Konzernen und Banken. Die Unabhängigkeitsbestrebungen lateinamerikanischer Staaten hält er dabei für sehr bedeutsam. Sie machten sich los von der Jahrhunderte alten Dominanz und Kontrolle Europas und der Vereinigten Staaten. Die USA reagierten darauf mit Remilitarisierung der Region. Die Ausweitung der NATO über den Osten hinaus geschehe, so Chomsky, in Verletzung von gegebenen Versprechungen der USA und Deutschlands. Die Rolle der NATO war immer auch die, ein unabhängiges Europa zu blockieren. Heute hat die NATO die Funktions, die Energiesystem und Handelswege abzusichern. Europa und Deutschland sollten hingegen einen Weg unabhängig von den USA suchen und für friedliche Lösungen, für nuklearfreie Zonen in Afrika und dem Nahen Osten, eintreten und auf die Nichtunterzeichner des Atomwaffensperrvertrags, die Atommächte Indien, Pakistan und Israel, Druck ausüben.

Zum Schluß kommt Noam Chomsky auf seinen langjährigen Freund und dissidenten Historiker Howard Zinn zu sprechen, der vor kurzem im Alter von 87 Jahren verstorben ist. Eine gegenerische Kultur sei wichtig. Sie habe zum Beispiel den Irakkrieg begrenzen helfen. Die progressiven sozialen und politischen Bewegungen seien es, die Fortschritt möglich machten.
Das Interview wurde von David Goeßmann und Fabian Scheidler geführt.

oN aiR – 7.4.: sendung muss leider entfallen

die heutige sendung muss leider entfallen.




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